Über DIA.MV

Unsere Arbeit und unser Selbstverständnis

Die Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus Mecklenburg-Vorpommern (kurz DIA.MV) wurde im Juni 2021 gegründet, um antisemitische Vorfälle und die Verbreitung antisemitischer Einstellungen im Bundesland sichtbar zu machen.

Auf Grundlage der für Deutschland angepassten IHRA-Arbeitsdefinition für Antisemitismus sowie am fortlaufenden wissenschaftlichen Diskurs orientiert dokumentiert, analysiert und veröffentlicht DIA.MV antisemitische Vorfälle und steht Betroffenen sowie all jenen, die sich gegen Antisemitismus im Bundesland engagieren, beratend zur Seite. Hierfür arbeiten wir in enger Kooperation mit den jüdischen Gemeinden des Landes, dem Beauftragten für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern und gegen Antisemitismus, der Landeszentrale für politische Bildung sowie weiteren Akteur:innen der politischen Bildung und Stärkung demokratischer Kultur.

Unser Angebot

Antisemitische Vorfälle werden von uns unabhängig von ihrer strafrechtlichen Relevanz dokumentiert. Vorfälle unterhalb der Gewaltschwelle oder des Justiziablen bleiben der öffentlichen Aufmerksamkeit oftmals verborgen, tragen jedoch in besonderer Weise zur Verbreitung antisemitischer Einstellungsmuster sowie zu Verunsicherungen im Alltag von Jüdinnen:Juden bei.

Folglich dokumentieren und kontextualisieren wir zudem auch solche Vorfälle, bei denen es keine unmittelbaren Betroffenen gibt. Dies kann bspw. die Artikulation antisemitischer Ressentiments im Vereinsleben oder beruflichem Umfeld, antisemitische Propaganda im öffentlichen Raum oder Vandalismus an Erinnerungsorten und historischen jüdischen Friedhöfen beinhalten.

Bei DIA.MV können sich sowohl Betroffene, Angehörige, Bekannte als auch Zeug:innen melden. Wir behandeln alle Fälle vertraulich und auf Wunsch anonym. Bei Bedarf unterstützen wir bei rechtlichen oder psychosozialen Schritten.

Darüber hinaus unterstützen wir Einzelpersonen, zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine und öffentliche Institutionen, die gegen Antisemitismus aktiv werden wollen, mit inhaltlicher Expertise und einer umfassenden Verweisberatung.

Unser Ziel

Unser Ziel ist es, Jüdinnen:Juden und nichtjüdische Menschen, die von Antisemitismus betroffen sind, in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Die Dokumentation und Veröffentlichung von antisemitischen Vorfällen hilft dabei, Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem wahrzunehmen, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft für das Thema zu sensibilisieren und Handlungsbedarf zu eruieren.

Kontakt

Mit DIA.MV in Kontakt treten

Für allgemeine Anfragen, Kooperationen, Vorträge oder Workshops können Sie uns hier schreiben.

Sie möchten einen antisemitischen Vorfall melden? Nutzen Sie dafür bitte unser geschütztes Meldeformular.

Arbeitsweise & Grundprinzipien

Monitoring & Auswertung

Antisemitische Vorfälle werden von DIA.MV durch die Entgegennahme von Vorfallmeldungen sowie durch proaktive Recherchen erfasst. Die registrierten Vorfälle werden anschließend entlang des gemeinsamen Kategoriensystems der Bundesarbeitsgemeinschaft RIAS systematisiert und ausgewertet.

Im Rahmen der Systematisierung werden die Vorfälle verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus zugeordnet. DIA.MV unterscheidet hierbei zwischen Antijudaismus, modernem Antisemitismus, israelbezogenem Antisemitismus, Post-Schoah-Antisemitimus sowie antisemitischem Othering.

Zudem werden die erfassten Fälle u.a. nach folgenden Vorfallarten voneinander unterschieden: extreme Gewalt, physische Angriffe, Massenzuschriften, Sachbeschädigung und verletzendes Verhalten. Zur verständlicheren Aufbereitung wird bei Fällen verletzendes Verhalten von DIA.MV zusätzlich zwischen adressierten Anfeindungen und Propagandataten unterschieden.

Um diese Einordnungen adäquat vornehmen zu können, setzen sich die Mitarbeiter:innen von DIA.MV zeitnah mit den Meldenden in Kontakt.

Information

Im Rahmen qualitativer Auswertungen ist DIA.MV bemüht, spezifische Problemfelder in Mecklenburg-Vorpommern zu identifizieren und ggf. Handlungsfelder für staatliche wie zivilgesellschaftliche Akteure aufzuzeigen. Hierfür veröffentlicht DIA.MV u.a. Jahresberichte zu antisemitischen Vorfällen in Mecklenburg-Vorpommern. Ausgewählte Vorfälle werden in den Jahresberichten sowie anlassbezogen veröffentlicht. Dies geschieht anonymisiert und in Absprache mit den Betroffenen bzw. Meldenden.

Die Mitarbeiter:innen von DIA.MV können für Vorträge und Workshops zum Themenfeld angefragt werden.

Beratung

DIA.MV bietet für Betroffene antisemitischer Vorfälle eine umfassende Verweisberatung innerhalb eines landesweiten Netzwerkes qualifizierter Unterstützungsstellen. Im Erstkontakt mit den Betroffenen eruiert DIA.MV die konkreten Bedarfslagen und stellt für sie adäquate Angebote zur weiterführenden Beratung und Unterstützung zusammen.

Das Angebot von DIA.MV ist kostenfrei.

Antisemitischen Vorfall melden

Haben Sie einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet? Dann melden Sie sich über unser Meldeformular oder per E-Mail an .

Wenn Sie Kritik oder negative Erfahrungen im Zusammenhang mit DIA.MV äußern möchten, können Sie dies hier tun. Sie können Ihre Beschwerde auch anonym einreichen – es werden keine personenbezogenen Daten erhoben, sofern Sie dies nicht ausdrücklich wünschen.

Informationen & weiterführende Links

Diese Sammlung wird kontinuierlich überarbeitet und ergänzt.

IHRA-Arbeitsdefinition

Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance.

Zur Arbeitsdefinition →

Bundesverband RIAS

Publikationen des Bundesverbandes RIAS e.V.

Zu den Publikationen →

Lagebild Mecklenburg-Vorpommern

Lagebild Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern (2015).

PDF öffnen →

Kompetenzzentrum

Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung.

Zur Website →

Dossier Antisemitismus

Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zum Dossier →

Kooperationsverbund gegen Antisemitismus

Bundesweiter Kooperationsverbund gegen Antisemitismus.

Zur Website →